Die (P)ostkutsche Forschungsreise 15: Abgrenzung zur Familie und Entfernung von den eigenen Wurzeln
Shownotes
Interviewpartner: Emelie Bosselmann
Interviewerin: Benita Stein
Schnitt: Benita Stein
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00:00:03: Hallo
00:00:03: und willkommen zu einer neuen Folge der Postkutsche.
00:00:05: Mein Name ist Bita, meine Stimme habt ihr vielleicht schon einmal gehört!
00:00:09: Ich habe Anfang des Jahres eine Folge zum Merchung zu Istanbul gemacht und darf jetzt mit den Postkutcher einsteigen.
00:00:14: Heute darf ich euch wieder auf eine Forschungsreise mitnehmen.
00:00:17: Zur Erinnerung, Forschungsresen sind unser Format
00:00:19: in welchen wir uns mit verschiedenen
00:00:21: Interviewgästen auch Forschungs- reisen in alle Teile Ost und Südosteuropas begeben.
00:00:25: Ich freue mich heute sehr denn ich spreche mit jemand aus unserem eigenen Team.
00:00:30: Mein Gast ist nämlich Emmi Wasselmann hier von der Professur
00:00:33: Südosteuropäische
00:00:34: Geschichte an der Justus-Lebium-Universität.
00:00:36: Sie wird mit uns in das Thema ihrer Masterarbeit eintauchen, welche deutsche Arbeitsimmigrationen.
00:00:41: Jeweil gibt sie uns Einblicke in das Projekt aber auch in die damit verbundenen Reisen zur Recherche nach Griechenland und die arbeiten den Quellmaterial.
00:00:48: Bleibt gespannt!
00:00:49: Und viel Spaß!
00:01:01: Heute darf ich mich
00:01:02: freuen mit jemandem Tern über ihr Projekt zu sprechen, nämlich mit Emmi, ihre Masterthesis im Bereich des Projekts Griechisch-Deutsche Arbeitsmigration geschrieben hat und uns jetzt einen Einglück in Ihre Forschung gibt.
00:01:16: Genau, meine Massarbeit hatte immer noch den Titel Erinnerungen und Familie erzählt Geschichte griechischer Arbeitsmigration Und das ist ja eben schon erwähnt.
00:01:28: Das Ganze ist in so einem größeren Kontext angesiedelt.
00:01:32: Aber es nochmal zu Massarbeit.
00:01:33: letztendlich ging's einfach darum, dass ich mir angeguckt habe anhand von zwei Interviews die mit Frauen der Nachfolgegenerationen der Gastarbeiterinnen geführt wurden wie diese Migrationsgeschichte der Familie und ihre eigene Lebensgeschichte narrativ konstruieren also wie sie das ganze erzählen und wie sieht es dann auch aus der Gegenwart einordnen.
00:02:00: Und letztendlich ging es wirklich um dieses große Wie wird das erzählt und worauf wird der Fokus gerichtet usw.
00:02:08: So viel zu Masterarbeit, und diese Interviews sind auch nicht einfach so da gewesen, sondern die wurden halt in diesem größeren Projekt darüber, weil wir hier im Podcast ja schon ein paar Mal gesprochen haben, wurden die geführt?
00:02:22: Beide wurden gekriegt und geführt!
00:02:24: Und eines dieser Interviews habe ich geführt, und das andere hat ein damaliger Kollege von mir geführt.
00:02:31: Das ganze Projekt hat eigentlich schon im Jahr zwei tausend zwanzig, dreiszwanzig gestartet, weil es hatte dann auch begonnen dass Frau Imek in einem ihrer Seminarer eine Ausstellung gearbeitet haben mit den Studierenden über griechische Arbeitsmigration nach Deutschland also über die sogenannten GastarbeiterInnen.
00:02:54: Und diese Ausstellung wurde, also die habe ich schon bei der Erarbeitung mit betreut.
00:02:59: Also ich hab vor allem beim Design aber dann auch beim Überarbeiten der Ausstellungen so mitgewirkt.
00:03:07: und diese Ausstellung wurde dann nachdem die Studierenden hier an der Uni Gießen, die fertiggestellt haben, wurde die von Studierendinnen des Instituts für Germanistik eine Astruktur des Universitäts in Thessaloniki ins Kirche übersetzt.
00:03:24: Und mit dieser Ausstellung sind wir dann nach Kirchland gefahren.
00:03:29: Nicole, der Kollege, der damals noch dabei war und ich, haben dann dort mit zwei verschiedenen Teams die vom Germanistik-Institut an zwei verschiedene Standorten waren wir damit einmal in Kusani auf dem großen Platz da.
00:03:53: Das war's in einem alten osmanischen Hafengebäude.
00:03:57: Es war weiß, aber es ging sehr cool vor allem mit.
00:03:59: Das war mir direkt am Hafen, das war wunderschön und letztendlich war die Ausstellung dazu gedacht dass sie die Menschen auf uns aufmerksam macht und dann dazu bringt da sollen wir das lesen.
00:04:10: das ist wenn so denken ach krass!
00:04:12: So eine Geschichte habe ich auch in meiner Familie meine Tante ein Großvater wie auch immer oder auch ich selber also natürlich Gastarbeiter, ehemalige Gastarbeiter in Generationsfirma auch dabei.
00:04:24: Letztendlich waren wir da, um mit den Leuten Interviews zu führen und das hat tatsächlich auch sehr gut geklappt!
00:04:29: Also wir haben für die zwei Wochen echt viele Interviews geführt.
00:04:33: Wir sind dann auch um Kursani oder Chassos in die umliegenden Dörfer noch gefahren und haben Leute auch geklappert, den wir losgesprochen haben.
00:04:41: Haben auch wirklich sehr lange Interviews gefehlt und auch verschiedene Sprachen.
00:04:45: also dadurch dass wir eben die Studierende der Universität von Nikky dabei hatten hat mir den großen Vorteil, dass die Zwei-Sprach-Henkwaren und Volumik auch Interviews auf Griechisch geführt.
00:04:56: Ich habe eher die Interviews in Deutsch geführt.
00:04:58: aber so genau kann man das eigentlich auch immer gleich einordnen weil es gibt immer irgendeine sprachlichen Switches was da drinnen.
00:05:05: Dass hier ist eine Person, wo sie jetzt das Interview auf griechische führt und dann kurz so Wörter wie Stunde oder Gastarbeiter einwirft auf Deutsch?
00:05:13: Oder bei der Interviews, die ich auf Deutsch gefühlt hab wurde Immer wieder, was ich griechisch gesagt, war es dann tatsächlich auch bei der Analyse für mich am Ende sehr schwer geworden ist.
00:05:23: Genau mit zwei der Interviews die wir da geführt haben habe ich dann eben für die Masterarbeit gearbeitet.
00:05:29: Bei beiden Interviews wurde immer wieder das Griechische geswitzt vor allem bei dem dass ich geführt habe weil dahin noch die Studierende in der Universität Thessaloniki dabei waren und er war daran an ihm persönlich ein sehr gut griecheres Kunden.
00:05:40: Das macht... Schwierig mit Transkriptionsprogrammen das ganze zu übersetzen und ich muss auch sagen, es gibt in meinem Transkrib einfach Stellen.
00:05:50: Ich habe da noch mal meine Mutter die griechische Sprechtruppe hören lassen.
00:05:54: Auch sie konnte einfach nicht herausfinden was da gesagt wird.
00:05:57: Also die Interviewsituationen waren nicht immer alle so ideal denn man muss sich das so vorstellen.
00:06:04: wir stammten auf einem riesigen Platz also auf dem Platz in der Stadt.
00:06:08: alles war laut drum herum und dann mussten wir irgendwie Interviews mit Leuten führen Und dann haben wir die in Cafés geführt.
00:06:16: Das eine, was ich verwendet habe für die Masterarbeit, das hab' ich mit der Frau am Hafen auf dem Bodensitzen geführt letztendlich.
00:06:27: Und dementsprechend ist es manchmal auch ein bisschen schwierig zu verstehen, was da gesagt wird... Aber genau!
00:06:35: Das war der größere Kontext.
00:06:37: Was damit noch mit der Ausstellung passiert ist?
00:06:38: Die wurden noch geupdatet und wieder zurück ins Deutsche versetzt.
00:06:43: Da wurden Sachen hinzugefügt, weil da was mit dem Projekt passiert ist.
00:06:48: Dann haben wir die hier in Gießen noch mal gezeigt.
00:06:50: also unten im Ausstellungsraum in der UB haben wir diese Ausstellung gezeigt auch mit Objekten und einer Hörstation und so hatten da auch eine große Eröffnungfeier mit Vortragenden usw.
00:07:03: Das war wirklich toll!
00:07:04: Und das Projekt ist natürlich immer noch nicht beendet, denn es werden immer noch mehr Interviews geführt.
00:07:09: Das soll immer noch weiter ausgebaut werden und jetzt auch spezifisch bevorstellend.
00:07:14: Es gibt schon ein Projekt am Lehrstuhl von Frau Immig, also das ist im größeren Kontext Dynamik des religiösen und da ist eben dann auch ein Promotionsprojekt wo es um griechische Autodoxie und Arbeitsmigration auf Deutschland geht.
00:07:31: Das ist eben das eine Promotionprojekt was ich schon damit beschäftigt und ich plane jetzt auch meine Masterarbeit weiter zu führen, größer zu machen und den Fokus nochmal ein bisschen zu verändern.
00:07:39: Aber immer noch in diesem griechische Arbeitsmigrationskontext das so auszubauen.
00:07:45: Ja super!
00:07:45: Vielen
00:07:45: lieben Dank.
00:07:46: Alles schon auf jeden Fall sehr, sehr spannend.
00:07:48: Ich glaube einige Fragen hast du ja jetzt schon beantwortet wie du zu dem Projekt gekommen bist oder wie auch die Arbeit an dem Projekt war.
00:07:55: ich glaube was noch ganz spannend wäre zu hören ist was so jetzt so Thesen sind bestätigen oder widerlegen kannst, über generell Sachen die du rausgearbeitet hast.
00:08:05: Die dann jetzt eben... ich will nicht Ende des Projektes stehen weil du hast ja gerade gesagt es wird noch weitergehen aber die jetzt erstmal so dieses Zwischenharz sind.
00:08:13: Meine Thesen waren vor allem zu Beginn der Arbeit dass die Migrationsgeschichte der Familie narrativ geordnet wird Aus einer Gegenwärtsperspektive, aus dem Zeitpunkt, wo das Interview geführt wurde heraus.
00:08:28: Und ich würde sagen, dass konnte ich auch ganz gut zeigen.
00:08:32: Total spannend zu sehen war es einfach wie man so richtig in den Interviews die Reibungspunkte mit der Familie gemerkt hat und irgendwie diese Aushandlungsprozesse der eigenen Position dazu.
00:08:44: Also bei meinem einen Interview, da hat die Frau sich ganz krass in Abgrenzung zu ihrer Familie definiert.
00:08:52: Also da war das große Navativ, was sich dadurch gezogen hat.
00:08:56: Ich wollte es gar nicht so wie die das alle wollten und ich hab mein eigenes Ding gemacht.
00:09:00: Bei dem anderen war's eher ... Es war auch tatsächlich bei beiden dann ... Die haben es von einem distanzierteren Standpunkt aus beschrieben mit der Familiengeschichte.
00:09:11: Was ich sehr spannend finde, weil ich noch ein anderes Interview geführt hatte mit einem Jungen Mann, der ja wahrscheinlich dritten Generation, wenn man das in diese Generation einordnen möchte.
00:09:21: Der hat das ganz anders erzählt.
00:09:23: Der hat da sehr viel weniger Distanz drüber gesprochen, aber diese beiden Frauen haben das wirklich von so einer Außenperspektive berichtet.
00:09:33: Die eine Frau hat eben einen krassen akademischen Weg hingelegt, würde ich sagen die kommt aus einer migrantischen Familie Arbeiterfamilie, die auch im Werkbau gearbeitet haben oder in einem Mühchen verbrieten und sie ist jetzt Juristin Und ihre Erzählung war stark darauf angelegt, dass sie durch ihren Bildungsweg sich immer mehr von diesen Wurzeln entfernt hat.
00:10:00: Also sie hat es mehrfach erzählt, wie sie früher als Kind auch immer die kritische Gemeinde gegangen ist und wie sie all die Tänze gelernt hat... ...und hat dann auch explizit erzählt ja dadurch das sie ruflich dann immer weggezogen ist und auf eine Studium und so, hat sie sich nach und nach erwartet davon entfernt und hat immer weniger Berührungspunkte damit durchgehabt.
00:10:20: Und das fand ich sehr spannend zu sehen.
00:10:23: Ja, also wo wir schon jetzt bei Quälen oder Einglicken sind hast du so Highlights?
00:10:28: Oder so Hidden Jams sag ich mal die, die dich überrascht haben?
00:10:31: Oder wo du sagen würdest ey... Das muss ja auf jeden Fall teilen!
00:10:36: Also ich finde ja die Interviews, die ich dann analysiert habe super spannend.
00:10:39: aber wir haben noch andere unterrichtwannende Interviews geführt und teilweise würde ich wirklich sagen, es gibt noch mal andere Geschichten die unglaublich spannend waren.
00:10:50: Also wir hatten so einen super krassen Zufall das wir auf Tassos bei dem Interview war ich nicht dabei aber das haben die anderen geführt dass sie auf TASSOS einen Mann getroffen haben der erstens ein Buch über sein Leben geschrieben hat.
00:11:05: Das sieht ja wie der griechische Oldenburger oder so und den ließen Studierter und der dann ganz spannende Sachen berichten konnte von Protesten vor der Mensa gegen den griechische Militär runter.
00:11:23: Und sowas fand ich einfach immer super spannend, also es sind ja so ganz besondere Geschichten.
00:11:30: Aber gleichzeitig fand's auch irgendwie total krass!
00:11:36: über die Geschichte vor der Migration eigentlich schon zu sprechen, beziehungsweise vor dem Migration nach Deutschland.
00:11:40: Weil viele der Menschen mit denen wir gesprochen haben hatten eben in ihrer Familiengeschichte schon davor Migrationsbewegungen im Kontext von dem Vertrag von Lossanen und es sind dreiundzwanzig.
00:11:52: Den Bevölkerungsaustausch waren wirklich viele Menschen, die sagen ja meine Oma mein Opa Übrigens auch bei beiden, die ich in der Führteilbewerber war.
00:12:02: Und da waren es tatsächlich alle Großeltern über denen.
00:12:05: Die kamen aus dem Gebiet der Rettin-Türkei.
00:12:08: Das davon erzählt wurde ... War auch immer super spannend.
00:12:12: Zum Beispiel die eine Frau mit ihrem Interview gearbeitet hat, die hat erzählt, dass ihr Großvater sich mal bekreuzigt hat und dann alla gesolkt hat.
00:12:22: Also so ne Vermischung von Religionen und dann auch die Beschreibungen... dass das tatsächlich auch so was war, wofür sich die Familien teilweise geschämt haben.
00:12:34: Dass sie die eine Frau hat erzählt, dass ihr Vater eher erzählt hätte, dass sie als Disaat der Töken beschrieben wurden weil sie turkophon waren.
00:12:46: also sie kamen nach Griechenland unfreiwillig durch diesen Bevölkerungsaustausch und sprachen teilweise kränklichisch.
00:12:56: Und da gab es dann eben auch einige, die davon berichtet haben dass sie ausgeschlossen wurden aus der Gesellschaft oder zumindest komisch bereugt.
00:13:04: Das fand ich immer schon spannend.
00:13:05: und wenn über die deutsche Besatzung im Zweitmeldkrieg gesprochen wurde weil ich das immer so faszinierend finde wenn davon erzählt wird so gefühlt in einem Satz mit dem Tüchisland sind da einige Sätze dazwischen.
00:13:21: aber innerhalb von diesem Interview In Deutschland erzählen Sie von irgendwelchen guten Erfahrungen oder so.
00:13:28: Und dann spricht man da drüber über die deutsche Besatzung, weil sie sehr zweitörferweiter wurde in einem Dorfemastergruppe ging von den Deutschen und das finde ich faszinierend wie das für manchmal wieder so auch nebeneinander einfach steht.
00:13:46: Da habe ich aber noch ganz viele Fragen zu vielleicht beantworten, die sich nur in der PhD.
00:13:52: Ja, sehr cool!
00:13:53: Warum ist so ein Projekt wichtig?
00:13:56: Ich finde, dass es ganz besonders wichtig ist.
00:13:58: Weil wir wissen inzwischen alle Deutschland ist ein Einwanderungsland.
00:14:05: Ein Großteil der Menschen in Deutschland hat irgendeine Art von Migrationsgeschichte in der Familie und trotzdem... Es ist noch relativ wenig Teil des deutschen Geschichtserzählungen.
00:14:21: Und gerade die Erfahrung und die Perspektive der Menschen, die migriert sind oder die nachkommen ist noch relativ wenig behandelt.
00:14:31: Insbesondere bei der griechischen Arbeitsmigration.
00:14:34: Also es gibt Gruppen aus verschiedenen Nationen also so die türkische Arbeitsmigration, die italienische.
00:14:44: Da gibt's schon einiges an Forschung zu, zur griechen sieht ziemlich mau aus.
00:14:48: Deswegen finde ich das halt nochmal extra wichtig, weil es einfach noch nicht so viel gibt als aber trotzdem Teil der deutschen Geschichte ist.
00:14:59: Ja, ich glaube es ist auch super wichtig, wenn man an Migrationsbewegungen denkt, ist glaube ich nicht der erste Gedanke Griechenland.
00:15:06: Ich glaube da kommen eben wie du schon sagst andere Länder die auf besser erforscht sind, viel eher Menschen in den Kopf.
00:15:12: und deshalb vielen lieben Dank für den Eintritt in dein Projekt!
00:15:16: Super spannend zu hören wie's weitergeht und vielleicht... Können wir auch noch irgendwann nochmal eine Follower Folge machen, wenn du vielleicht in deinem Piedsch, die ein bisschen weiter wissen, mehr Frank klären konntest?
00:15:26: Ja.
00:15:27: Und damit beenden wir unsere heutige Folge!
00:15:29: Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr konntet bei dem Einblick in dieses spannende und wichtige Projekt
00:15:34: etwas Neues
00:15:34: lernen.
00:15:35: Nochmals vielen lieben Dank an Emmy für das Guten Tag.
00:15:37: Ich wünsche euch allen einen guten Start in die Woche und haltet durch bei der Hitze.
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