Die (P)ostkutsche Forschungsreise 14: Loyalität, Gewalt und Überlebensstrategien
Shownotes
Interviewpartner: Ajdin Muhedinović https://unsa-ba.academia.edu/AjdinMuhedinovi%C4%87
Interviewerin: Dora Matosic
Schnitt: Dora Matosic
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00:00:13: Hallo und herzlich Willkommen zu Postkutsche.
00:00:16: In dieser Folge habe ich mit Aydin Mohedinovic gesprochen, einem Doktoranden an der Philosophischen Fakultät in Zareivo.
00:00:22: Er war ebenfalls im März bei der Dr.
00:00:24: Fritz Exner Konferenz dabei und hat sich jetzt netterweise ein bisschen Zeit genommen um mir beziehungsweise euch über sein Projekt zu erzählen.
00:00:32: Das handelt nämlich über die Loyalität von Muslimem.
00:00:34: Zweiten Weltkrieg in Nordwestbosnien.
00:00:37: Ich hoffe es gefällt euch und halt mal rein!
00:00:41: Ayden, erst mal vielen Dank, dass du da bist.
00:00:43: Freut mich sehr, dass wir dieses Interview führen können.
00:00:46: Dein Projekt handelt von muslimischen Milizen im Zweiten Weltkrieg in Bosnien.
00:00:50: Wieso meinste ist es relevant die Rolle von muslimischen Militzen im zweiten Weltkrieb in Bosnia überhaupt zu untersuchen?
00:00:57: Erstmal ich bedanke mich für die Gelegenheit, dass sich in eurem Podcast etwas von meiner Forschung sagen kann.
00:01:07: Ich glaube, dass das Thema gerade deshalb relevant ist.
00:01:11: Weil die sogenannten muslimischen Milizen bis heute entweder stark
00:01:15: vereinfacht
00:01:16: oder politisch instrumentalisiert dargestellt wurden.
00:01:20: Zum Beispiel in der sozialistischen Historie für Jugoslagens galten sie überwiegend als Usterschaftformationen Während sie in den neunzig Jahren häufig als eine Art homogenar muslimischer Widerstandsbewegung interpretiert würden, meiner Meinung nach beides ist ein bisschen zu kürz.
00:01:42: Wenn man die historischen Quellen genau analysierte zeigt sich vielmehr eine sehr heterogenes und lokal geprägte Phänomen.
00:01:52: Einige dieser Milizen arbeiten mit dem NDH oder der Unabhängestadt Kroatien zusammen andere mit Partisanen, manche sogar mit den Chatniks.
00:02:02: Teilweise standen muslimische Medizinien sogar gegeneinander im Konflikt.
00:02:07: Deshalb ist die Untersuchung dieser Medizin wichtig weil sie uns viel über die Komplexität des Krieges in Bosnien und Herzegovina erzählt über lokale Gewalt, Pragmatismus, Überleben, Strategien und über die Trage wie sich Menschen in Südost-Institutionen der Zusammenbruchstaatlicher Ordnung verhielten.
00:02:29: Außerdem erlaubt das Thema einen anderen Blick auf den Zweiten Weltkrieg in Südaust Europa.
00:02:34: Es geht eben nicht nur um die großen ideologischen Bewegungen wie Faschismus oder Kommunismus sondern auch um lokalen Dynamiken, Selbstschutzgewalt und die Fragmentierung von Gesellschaft
00:02:47: im Krieg.
00:02:48: Unter anderem konzentrierst du dich in einem kleinen Teil in deinem Projekt auf Husein oder auch Huskar genannt Milkovic.
00:02:57: Könntest du
00:02:58: für die Zucher
00:02:58: vielleicht kurz erklären wer das war?
00:03:00: Und warum er bei dir eine Rolle spielt?
00:03:02: Ebenso würde mich interessieren
00:03:04: welche
00:03:04: Akteure auch noch in deiner Studie relevant sind weil geballt
00:03:09: Ist ja oft
00:03:09: männlich assoziierter, aber tauchen vielleicht auch Frauen
00:03:12: in deiner Studie auf?
00:03:15: Ja.
00:03:16: Hussein Huska Milkovic meistens ist Huskar genannt in den Quellen, ist einer der interessantesten Figuren meiner Forschung gerade weil seine Biografie die Widersprüche dieses Krieges sehr deutlich zeigt.
00:03:30: vor dem Krieg war er Mitglied der kommunistischen Partei Jugoslawiens und beteiligte sich aktiv am Aufbau der Partisanbewegung in der Zasenska-Kreina in norwesten Bosnians.
00:03:42: Später geriet er jedoch im Konflikt mit der kommunistischen Führung vor allem wegen seiner eigenständigen Handlungen einen starken lokalen Einfluss, den er hatte.
00:03:53: Nachdem sich die Partisanen zeitweise aus dieser Region zurückgezogen hatten, gründete Husqa seine eigene Mediz.
00:04:02: Diesem Lied war extrem heterogen, darunter ehemalige Partisanen, Drombranen, Usterschaumitglieder aber auch einfache Bauen.
00:04:09: Husqa zeigte zwar Loyalität wegen über dem unabhängigen Staat Kroatien, aber gleichzeitig arbeitete er eng mit den Deutschen zusammen weil dies ihn mit Waffen und Versorgung unterstützten.
00:04:24: Und am Ende schluss er sich wieder, nix für vierzig, den Partisan an.
00:04:30: Man kann sagen, dass er einen ganzen Kreis von Verbundeten gemacht hat.
00:04:36: Deshalb ist Husqa für meine Studie wichtig weil er zeigt das politische und militärische Realitäten in Bosnien oft sehr flexibel und pragmatisch waren.
00:04:45: Ideologie spielte zwar eine Rolle aber häufiger war im Lokalinteressen viel wichtiger.
00:04:52: Neben Husqá Spielen in meiner Forschung auch andere Akteure eine sehr wichtige Rolle.
00:04:58: Etwa Mohamed Haji Fendic, der eine Miliz in Nordost-Bostenien in Tuzla aufgerichtet hat oder ist ein Popovac in der Herzegobin an, der sogar versucht, eine muslimische Technikmiliz aufzubauen?
00:05:13: Die Frage nach Frauen tauchten durchaus auf... Allerdings meistens indirekt.
00:05:21: Die Milizen selbst waren ausschließlich männliche militärische Formationen, Frauen erscheinen in den Quellen eher als Opfer von Gewalt.
00:05:29: Eine Ausnahme stellt gerade die Ehrfrau von Uskamilkowitschen dar über die wir aus Memoaren Literatur erfahren dass sie das Geangehörige der Miliz in seiner Abwesenheit an sich an Sie beherwandten und ihre Zustimmung einholten.
00:05:47: dies leitet darauf hin, dass sie unter bestimmten Umständen Kostkastrolle übernahm.
00:05:54: Allerdings verfügen wir über keine verlässliche Informationen die eine genaure Aussage darüber erlauben würden welche konkrete Funktion oder Bedeutung sie innerhalb dieser Mediz tatsächlich
00:06:07: hätte.
00:06:09: Ich hätte jetzt tatsächlich eine spontane Frage wenn es noch in Ordnung
00:06:12: wäre.
00:06:13: gerade was seine Ehefrau
00:06:15: betrifft, weiß man, was mit ihr passiert ist nach seinem Tod?
00:06:21: Das wissen wir leider nicht.
00:06:24: Aber seine Familie war nicht von seinem Tod getroffen weil es war ein Attentat auf ihm.
00:06:30: so möglicherweise ist sie auch mit seinen Kindern weiter gelebt in derselbe Region Weil wir haben und wissen dass deine Kinder da Norweiten noch gelegen haben und im Jahr glaube ich, dass er seine Tochter in einem Interview gegeben hat über sein Leben.
00:06:49: Aber sie war ein kleines Kind wenn das alles passiert
00:06:53: ist.
00:06:56: Südosteuropa wird in der deutschen Forschung zum Zweiten
00:06:59: Weltkrieg
00:07:00: oft als
00:07:01: einen Schauplatz vernachlässigt.
00:07:03: wieso
00:07:04: es aber so wichtig den
00:07:05: Blick
00:07:06: auch gerade auf diese
00:07:07: Region zu richten?
00:07:09: Ja, ich denke das Super Europa
00:07:12: ist
00:07:13: für die Erforschung des Zweiten Weltkrieges deshalb so wichtig weil man dort viele Prozesse besonders deutlich beobachten kann.
00:07:22: Die in anderen Teilen Europas ebenfalls existierten aber oft weniger sichtbar waren.
00:07:28: Dazu gehören etwa der Zusammenbruch staatlicher Ordnung, lokale Gewalt, Bürgerkriegselemente, ethnische Konflikte, Besatzungen aber speziell konkurrierende Widerstandsbewegungen.
00:07:43: Gerade Bosnien Herzegovina war ein Raum, in dem sich verschiedene Gewalt- und Herrschaftssysteme gleichzeitig überlatten – das Sustasche Regime, deutsche und italienische Besatzung die Partisanbewegung, die Chatniks und zahlreiche lokalen Medizin.
00:08:00: Dadurch wird sichtbar wie komplex eigentlich die Kriegsgesellschaften tatsächlich funktionierten.
00:08:07: Außerdem wird es so, dass Europa in der deutschen Forschung wie gesagt lange Zeit vor allem als Nebenschauplatz betrachtet.
00:08:15: Dabei war die Region für die deutsche Besatzungspolitik den Partisanenkrieg auch für die Fragen von Gewalt und Verlaboration von enormer Bedeutung.
00:08:26: Und wenn wir den zweiten Weltkriegel wirklich als einen Weltkrieb verstehen wollen, müssen wir auch Regionen die Bosnia und Herzegovina stärker in den Mittelpunkt rücken.
00:08:39: Vielen lieben
00:08:39: Dank für das Interview
00:08:40: Eiden!
00:08:41: Ich danke
00:08:41: dir!
00:08:44: An dieser Stelle möchte ich mich gerne noch mal bei Eiden bedanken.
00:08:47: Vielen Dank fürs Interview.
00:08:48: es war sehr spannend und ich hoffe auch dass es euch gefallen hat, dass ihr es ebenfalls interessant fandet und das wars von mir hier war Dora und ich wünsche euch einen schönen Start in die neue Woche bis zum nächsten Mal.
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